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Grundsätzliches zu Begleitung und (Kurzzeit-)Beratung
Unterstützung annehmen, wo man sich mit den eigenen Bewältigungsstrategien im Kreise dreht bedeutet auch, sich selber ernst nehmen und es sich wert sein. Dies und die Bereitschaft etwas an bisher Unstimmigem verändern zu wollen, ist beste Voraussetzung für eine  gelingende (Kurzzeit-)Beratung. 
Im Erstgespräch wird Ihr Anliegen geklärt und das „Ziel“ definiert. Jeder Mensch – und jedes System als Paar/Familie – verfügt über eigene Stärken und Fähigkeiten; diese werden aktiviert und Sie in Ihren Kenntnissen und Kompetenzen als Experte/Experin Ihres Lebens gestärkt. Durch die ganzheitliche Betrachtung Ihrer Thematik werden erste Lösungsansätze sichtbar. Der Prozess, welcher während einer Beratung in Gang kommt, wirkt auch nach Ende der Beratungsstunde weiter. Diese Nachhaltigkeit begünstigt Veränderungsprozesse und führt durch den lösungsorientierten  Ansatz meist in kurzer Zeit hin zu mehr Lebensqualität.

Was ist Ganzheitliche Körperorientierte Psychologie und Therapie?  
Vor 30 Jahren begründete Dr. med. und Psychiaterin Yvonne Maurer die Ganzheitliche Körperzentrierten Psychotherapie IKP (Ganzheits-Psychotherapie). Die Aspekte des ganzheitlichen Menschseins stellt Y. Maurer zur Visualisierung in Würfelform dar.

wurfel

Die sechs Seiten symbolisieren die Seins- oder Lebensdimensionen des Menschen und fassen so die Vielfältigkeit und die Einheit des Lebens zu einer ganzheitlichen Sicht zusammen. Diesen Seiten werden folgende „Inhalte“ zugeordnet:

Körperliche Dimension: körperliches Erleben, Empfinden, Wohlbefinden, Beweglichkeit, Haltung, Ausdruck.

Soziale Dimension: alle Arten der Beziehungen – Familie, Beruf, Gesellschaft etc.

Psychische Dimension: umfasst psychische Aspekte wie realistisches Denken, die Gefühlswelt, Einstellungen zu sich, den Andern, der Umwelt, Selbstbezug/Selbstwertgefühl sowie verschiedene Bewusstseinsformen (bewusste und unbewusste Anteile)

Räumliche Dimension: Bewusstheit bezüglich räumlicher Erfahrungen -z.B. eigene Wohnsituation. Ökologie – z.B. Nähe zu einer natürlichen und erholsamen Umgebung, etc.

Zeitliche Dimension: Zeitmanagement, Stressthema, Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft, Geburt – Tod.

Spirituelle Dimension: Sinnfragen, Werthaltungen, Glaube, Hoffnung (Philosophie, Religion, Meditation etc.)

Alle Dimensionen sind verbunden miteinander und im besten Falle in einem Fliessgleichgewicht. Das heisst, alle Bereiche mit entsprechenden Inhalten werden in Ausgewogenheit erfahren und gelebt. Belastende Lebenssituationen können aus jeder Seinsdimension hervorgehen. Diese wirken sich negativ auch auf andere Dimensionen aus. Wenn über längere Zeit ein Ungleichgewicht besteht, – z.B. in einem Bereich Unzufriedenheit oder Mangel erfahren wird, Formen der Einseitigkeit oder Einschränkung erlebt oder gelebt werden -, führt dies anfänglich zu Unbehagen bis hin zu psychischen und/oder körperlichen Beeinträchtigungen oder Störungen. Die Auswirkung der belastenden Thematik macht sich oft in einer andern Seinsdimension bemerkbar, als der, in welcher die eigentliche Ursache liegt.

Im Ansatz gehört die Körperzentrierte Psychotherapie und Beratung zur humanistischen Psychologie. Sie kann das Gespräch zusätzlich mit aktiver und passiver Körperarbeit verbinden. Einfache Übungen unterstützen den Gesundungsverlauf. Je nach Bedarf kann dies z.B. sein, die eigene Kraft/Stärke wieder erfahrbar zu machen, Entspannung zu bringen oder eine Form der Leichtigkeit erleben zu lassen. Dadurch wird die Befindlichkeit im Hier und Jetzt positiv erfahrbar gemacht, gestärkt und kann so weiter wirken. Um Nachhaltigkeit zu erhalten, kann es sinnvoll sein, eine einfache Übung vorübergehend zu Hause im Alltag zu integrieren.

Das therapeutische Gespräch kann auch in andere Erlebens- und Ausdrucksmöglichkeiten überführt bzw. „übersetzt“ werden. Hier kommen kreative Methoden zur Anwendung. Eine kleine Auswahl, z.B: „bildnerisches Darstellen mit Symbolgegenständen“, (farbige) Zeichnungen, formen mit Knetmasse, geführte Imaginationsreisen, Klänge, Musik, Bewegung, Arbeit mit Schnüren, Seilen, farbigen Zetteln, einzelnen Stichworten, u.s.w. Hier bin ich als Begleiterin aufgefordert, die zu Person und Thema passenden, kreativen Methoden als Unterstützung in der Prozessarbeit anzubieten. Die gemachten Erfahrungen im Handlungsraum werden wiederum gemeinsam besprochen, so dass sie lebendig und gut erinnerbar bleiben. Dieses Vorgehen beinhaltet ein sich Bewusstwerden und bietet die Möglichkeit, psychisches, körperliches und beziehungsmässiges Erleben zu integrieren und im Körpergedächtnis zu verankern.

Das Körpergedächtnis
Vergangene seelische Verletzungen und Kränkungen sind als verdrängte Gefühle im Körpergedächtnis gespeichert, auch wenn man sich gar nicht mehr bewusst an das Erlebnis erinnern kann. Der ursprüngliche emotionale Abdruck ist also in unserem Körper vorhanden – und zwar genau so, wie wir ihn in der damaligen Situation erlebt haben. Diese „Abdrücke“ können Ursache von Blockaden, diffusen Gefühlen oder Anderem sein. Die Ganzheitliche Körperorientierte Psychologie versteht diese im Körpergedächtnis gespeicherten Erlebnisse bewusst zu machen, zu wandeln oder zu löschen.

Arbeit mit dem inneren Kind
Als das „Innere Kind“ wird ein Teil unserer Psyche mit der zugehörigen Erlebniswelt bezeichnet. In dieser inneren Erlebniswelt wohnen unsere tiefen Empfindungen, die „Bauchgefühle“ sowie unsere emotionale Vergangenheit. Es symbolisiert die Gefühle, Erinnerungen und Erfahrungen aus der eigenen Kindheit. Hierzu gehört das ganze Spektrum intensiver Gefühle, wie unbändige Freude, tiefer Schmerz, Glück, Traurigkeit, Wut, Angst oder Verlassenheit. Auch Staunen, Begeisterungsfähigkeit, Neugierde, das ganz in der Gegenwart sein und die Intuition gehören dazu. Das Innere Kind umfasst alles innerhalb der Bereiche von Sein, Fühlen und Erleben. Es beeinflusst massgeblich unseren Alltag und das (Un-) Wohlsein. Häufig mussten Gefühle in der Kindheit unterdrückt werden und so ging das echte Fühlen nach und nach verloren. Im Erwachsenenleben fehlt oft dieser Zugang und eine Form von Leere ist da. In der Arbeit mit dem Inneren Kind geht es darum, Zugang zum damaligen Kind und seiner Gefühlswelt zu schaffen und ein Nachempfinden zu ermöglichen. Dieses Empfinden mit Allem was damit verbunden ist, zu anerkennen und integrieren. Nötigenfalls damalige Bedürfnisse aufzunehmen und in einer gewünschten, möglichen Form zu stillen. Dadurch geschieht viel Heilung. Eine neue Form von sich verbunden fühlen mit sich selbst und Lebendigkeit entsteht.

Gestalttherapeutische Elemente finden sich ebenfalls in der Körperzentrierten Beratung. Ein Ereignis auf psychischer oder physischer Ebene wird als Gestalt bezeichnet. Wenn dieses Ereignis nicht als „gerundet“ abgeschlossen werden kann, es immer wieder negativ beschäftigt, wird von einer „offenen Gestalt“ gesprochen. Durch Gestalttherapeutische Fragestellungen und Interventionen wird die „offene Gestalt“ bewusst gemacht, aufgearbeitet und geschlossen.

Arbeit mit Symbolen ist ein weiteres hilfreiches Element in der psychologischen Begleitung. Dazu dient eine „Schatzkiste“, ausgestattet mit vielfältigen kleinen Gegenständen. Symbole können Themen und Prozesse aktivieren, innere Bilder wecken, die dadurch „äusserlich“ werden. Unbewusstes kann so bewusst gemacht werden. Das Symbol bekommt nur durch den Symbolnutzer individuelle Bedeutung. Das Symbol erweckt Ahnung und berührt auf der ganzen Ebene des menschlichen Seins.
Viel tiefer als nur durch die kognitive Ebene. Die Symbole sind „Materialien“, welche sich im wörtlichen Sinn „begreifen“ lassen. „Bis in die geheimsten Tiefen der Seele treibt das Symbol Wurzeln.“ (Zitat: Johann Jakob Bachofen)

Die ganzheitliche Körperzentrierte Beratungsform zeichnet sich also dadurch aus, dass der Mensch auf ganzheitlicher Ebene angesprochen und abgeholt werden kann. Damit wird eine Rationalisierung, „das nur darüber reden“, vermieden. Der Erfolg zeigt, dass durch das unmittelbare In-Kontakt-Kommen mit der Körper- und auf der Handlungsebene, die Beratungen kürzer und effizienter werden. Zeitgleich wird die Wahrnehmung und Bewusstheit zu sich selber gefördert und gestärkt. So entsteht eine Form von Prävention – kommende Belastungen können frühzeitiger wahrgenommen und dadurch eher selbständig bewältigt werden.